Von einem wunderschönen Ereignis haben wir am Freitag, den 18.9. erfahren. Am Vortag war es in „unserem“ Gebiet in Nepal zu einem Erbeben der Stärke 6  gekommen. Und siehe da. Die heißen Quellen von Tatopani, die seit dem Erdbeben von 2015 versiegt waren sprudeln wieder. 

Die starke Regenzeit hat im Bezirk Bridhim 9 Häuser durch einen Erdrutsch zerstört.  Ebenfalls war die Straße zu unserer Ortschaft Khangjim zerstört worden.  Wir unterstützen die Obdachlosen mit Lebensmitteln und Planen.  Sobald die Straße repariert  ist werden die Bauarbeiten an unseren neuen Solar-Duschen und Toiletten weiter gehen.

In Nepal sollte auch Homeschooling  online durchgeführt werden. Die Kinder und Lehrer in den Bergen haben weder Internetanschlüsse noch Laptops. Deshalb versorgten  Dawa und unser angestellter Lehrer Lhakpa unsere Kinder auf den Dörfern mit Hausaufgaben, bringen neue  Bücher, und motivieren  die Schülerinnen.

Am 25.9.  kam von der Regierung die Anordnung, dass die Schule ab Montag, den  28.9. wieder geöffnet werden soll.  

Aus der deutschen Botschaft in  Kathmandu hörte man im Rahmen des Ländergesprächs des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung am 22.9.20 folgende Fakten:  In Nepal gibt es 65 000 an Coronainfizierte, die Sterberate beträgt 0,7%. Täglich gibt es 1500 Neuinfektionen,  insbesondere in Kathmandu. Trecks für Touristen sollen ab 17.10. wieder möglich sein.  Die Arbeitslosigkeit ist enorm hoch und hat die Arbeitgeber in eine günstige Verhandlungsposition gebracht. Die Löhne sind z.T. auf die Hälfte gefallen! Innenpolitisch ist Nepal stabil. Die Verfassung besteht   nun seit 5 Jahren und gilt als beste Verfassung in Südostasien. Die Legislative ist föderalistisch auf Städte, Provinzen und Regierung dreigeteilt.  Auf  Menschenrechte sollen verbessert werden insbesondere für  ethnisch unterrepräsentierte  Gruppen aber auch für Frauen. Hier geht es wesentlich um deren Gleichstellung bzw. Gleichberechtigung.  Außenpolitisch gibt es ein Gerangel zwischen China und Indien über die Einflussnahme auf Nepal. Nepal hat eine direkte politische Auseinandersetzung mit Indien, da Indien im Osten von Nepal im Grenzgebiet auf Landkarten diese als indisches Gebiet ausweist.

Eine ganz tolle und ausverkaufte Veranstaltung war unser Open Air Film und Musikprojekt mit Matthias Hautsch. Im Rahmen der Open Air Kinoveranstaltung des Kommunalen Kinos in  Pforzheim zeigten wir am 26.8. im Hof des Kulturhaus Osterfeld unseren Film „Begegnungen am Manaslu“. Sehr gefühlvoll und perfekt  begleitete Matthias Hautsch unseren Treck musikalisch auf seiner Gitarre. Es war ein wunderschöner „Sommernachtstraum“.

Ob Touristen in diesem Spätjahr wieder nach Nepal reisen können wird auch vom Angebot der Fluggesellschaften abhängen und selbstverständlich auch von den seuchenpolitischen Bestimmungen. Persönlich muss klar sein, dass eine schwer verlaufende Covid 19 Erkrankung  in Nepal nur schwerlich behandelt werden kann. Bei Trecks fängt der Husten meist schon nach wenigen Tagen auf Grund der offenen Feuerstellen an.  Auch Spezialisten können hier nicht mehr zwischen Infekt/Reizhusten und Coronainfektion unterscheiden. Mögliche erkrankte  nepalesische Porter sind in größeren Höhen auch einem höheren Risiko für einen schweren  Krankheitsverlauf ausgesetzt. So gerne man den Menschen die Einnahmen aus dem Tourismus gönnen möchte, macht es für die meisten keinen Sinn 2020 bzw. vor der Einführung eine Impfung nach Nepal zu reisen.

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