Lieber Leser*in
ein sehr schwieriges Jahr ging nun zu Ende. Schwierig für alle Menschen auf der Welt. Insgesamt stehen wir in Deutschland sehr gut da. Wenn wir erschöpft sind, so müssen wir davon ausgehen, dass weltweit gesehen die Menschen am Rande ihrer Belastbarkeit angekommen sind zumal es da nicht nur um den gesundheitlichen Aspekt geht, sondern abseits von sozialen Systemen auch um das persönliche Überleben.
Die Coronasituation hatte in Nepal dazu geführt, dass Mitte des Jahres unsere Krankentransporte eingestellt wurden. Zum einen wollten die Krankenhäuser keine potentiell infizierten Patienten aufnehmen, zum anderen wollten die Menschen aus den Bergdörfern mit der gleichen Begründung auch nicht zu den Ärzten. Auch unsere Freunde Dawa und sein Fahrer hatten Angst sich bei möglichen Transporten anzustecken.
Auf Regierungsbeschluss waren im Rahmen des ersten Lockdowns unsere Kinder aus dem Kinderheim zu Verwandten auf die Dörfer gebracht worden. Im Oktober kehrten Sie kurzfristig zurück, bei ansteigenden Infektionszahlen durften sie aber nach dem Dashain Festival, das von allen Bildungsschichten und Religionsgruppen in ganz Nepal gefeiert wird, nicht zurückkehren.

Während der gesamten Zeit haben wir die Löhne unserer Angestellten sowie die Miete in voller Höhe weiter gezahlt. Wir haben Lebensmittel finanziert, die auf den Dörfern verteilt wurden.
Unser Lehrer und Dawa besuchten die Kinder
auf den Dörfern zum „Homeschooling“.

Im Juli entstanden in Zusammenarbeit mit Melanie Warzecha und Benedikt Föhrer die Bauzeichnungen für unsere geplanten sanitären Anlagen am Kinderheim. Die Kinder bekommen zwei neue Toiletten und zwei solar beheizbare Duschen. Letztere werden vom Enzkreis in Deutschland gefördert.
Bereits im Juli waren Sand und Zement eingekauft worden. Im November wurden dann Mauersteine und Holz besorgt (die Kinder bekommen auch neue Betten und Regale).
Mit farbenfrohen Fahrzeugen wird das Material angeliefert und das letzte Stück auch getragen.

Ein Sack wiegt übrigens 50 kg!

Am 9.11.20 bekamen wir dann eine überraschende Nachricht aus Nepal, dass das Sanitärgebäude da wo es geplant war die Sonne für das Haupthaus wegnehmen würde und eine einfache Verschiebung nicht gehe, da dann fremder Grundbesitz tangiert würde.
Die Lösung wurde Ende November gefunden. Leider muss dafür ein übermannhoher Felsen weichen.

Dieser Fels wird nur mit Hammer und Meißel und Muskelkraft zerkleinert.
Nach zwei Wochen sah es nun so aus.

Wir hoffen, dass die Bauarbeiten nun rasch voranschreiten werden.


Unsere Aktivitäten in diesem Jahr waren pandemiebedingt sehr eingeschränkt.
Eine im Frühjahr geplante Bilderausstellung in Freiburg konnte letztendlich nur Online durchgeführt werden (https://www.facebook.com/NepalAid.e.V/posts/3103576329733587).
In diesem Jahr hatten wir durch eine Filmveranstaltung in Pforzheim einen riesigen Erfolg. Nachdem im Sommer Openairveranstaltungen wieder möglich waren konnten wir unseren Film „Begegnungen am Manaslu“ in Pforzheim in Zusammenarbeit mit dem „Kommunalen Kino“ und dem“ Kulturhaus Osterfeld“ vor ausverkauftem „Haus“ zeigen.

Ein Highlight war sicherlich, dass die gesamte Filmmusik von einem Gitarristen (Matthias Hautsch) live gespielt wurde.

Wirtschaftlich war dies ein voller Erfolg. Weiterhin brachte uns diese Veranstaltung erhebliche Aufmerksamkeit auch in der Presse und wir erhalten derzeit Spendeneingänge, die wir auf diesen Event zurückführen können. Wir können uns vorstellen diese Veranstaltung bei Ihnen in der Schule oder aber in einem Kino in Dortmund zu wiederholen. Vielleicht hat jemand von Ihnen Kontakt zu einer Kultureinrichtung bei der dies möglich wäre.

Von einem „Wunder“ in Nepal können wir auch berichten. In unserem Projektgebiet in Nepal gibt es einen Ort „Tatopani“, dies bedeutet „heiße Quellen“. Als wir 2013 dort noch als Touristen unterwegs waren, wurde hier noch mit viel Freude gebadet. Es ist nicht nur ein Spaß für die Kinder, sondern sie werden von den Menschen auch als Heilquellen benutzt.

Nach dem Erdbeben 2015 waren die Quellen völlig versiegt.
Im September diesen Jahres bebte dort die Erde erneut. Dabei wurde diese so erschüttert, dass das Wasser wieder seinen Weg findet.

Katharina Wiglinghof hat wieder einen wunderschönen Kalender für uns erstellt, herzlichen Dank, dies bedeutete wieder viel Arbeit.

Wir verkaufen den Kalender hier in der Region in drei Geschäften und dem virtuellen Weihnachtsmarkt im Enzkreis. Zusätzlich bieten wir drei unterschiedliche Bildersets an.

Wir freuen uns, dass das Käthe Kollwitz Gymnasium in Dortmund mit seinen Schüler*innen das Kinderheimprojekt so nachhaltig unterstützt.
Herzlichen Dank für dieseBereitschaft und die großzügige Hilfe.

Ein großes Projekt ist in Zukunft geplant. Bereits bei der Mitgliederversammlung 2020 hatte Fabian Seiler sein Konzept „Fair Volunteering – learn from each other“ vorgestellt. Damit soll Personen aus möglichst vielen Bereichen, sowohl beruflich als auch altersmäßig, ermöglicht werden, in unseren Projekten für eine begrenzte Zeit mitzuarbeiten. Die Kosten für die Teilnehmenden sollen überschaubar bleiben und damit dies erreicht werden kann sollen Sponsoren gesucht werden, die diese Einsatzkosten (Flug, Versicherung,…) übernehmen. Auch sollen die Zeiten, für die sich Interessenten festlegen müssen, flexibel sein von nur einigen Wochen bis zu einem Jahr, dadurch würde sich der mögliche Personenkreis auch erweitern.
Wir haben nun einen Sponsor in Aussicht. Mehr dazu werden wir erst im Februar 21 wissen.
Dieses Projekt ist interessant für viele Menschen, die gerne einmal im Rahmen sozialen Engagements eine ganz andere Welt kennenlernen wollen. Wir hoffen dass unsere Planungen klappen.

Wir wünschen Ihnen allen trotz der erheblichen Coronaeinschränkungen frohe und erholsame Tage zum Jahreswechsel und ein gutes gesundes neues Jahr.
Bleiben Sie gesund.

Mit freundlichen Grüßen
Frank Seiler (1. Vorsitzender) Angela Seiler (2. Vorsitzende)

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